Martin Eder



VORTRAG
Dienstag 24. Januar 2012
18.00 Uhr Auditorium im Neubau der Kunstakademie München

WORKSHOP
Mittwoch 25. Januar 2012
9-14 Uhr Sitzungssaal E.O2.29

KONZERT
Mittwoch 25. Januar 2012
20 Uhr Historische Aula
Einlass 19.30 (begrenzte Platzzahl)


Martin Eder (*1968, Augsburg) gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Maler. Seine scheinbar schnell erfassbaren, plakativen Motive lassen ihre Wirkung mit Vorliebe in düstere Visionen umkippen: Lasziv räkeln sich leicht bekleidete Mädchen in schwülstig kitschigen Szenerien, vergnügen sich mit monströsen Kätzchen oder seltsamen Clowns. Genauer betrachtet sieht man im Hintergrund meist die Welt untergehen. Eder wurde vielfach als „Meister des schlechten Geschmacks“ bezeichnet und seine Arbeiten als Pornografie verschrien. Unbeirrt davon hat er ein Werk geschaffen, welches die Abgründe des Daseins und die medialen Einflüsse unserer Zeit präzise abbildet. Seine großformatigen, handwerklich perfekten Gemälde thematisieren das Nachahmen von Bildern und Posen, was letztendlich nur Leere und Einsamkeit produziert. Nicht ohne Grund tragen Eders Kataloge Titel wie „Der blasse Tanz “ oder „Der dunkle Grund“ und spätestens beim Anblick der fast monochromen Fotografien seltsam entrückter nackter Frauen in „Die Armen“ bekommt man den Eindruck, ein bisschen zu tief in die Seele der Dargestellten geblickt zu haben.
Martin Eder selbst gibt die beste Erklärung dazu: „Meine Bilder sind eigentlich Schlachtenbilder. Es wird gemordet und es ist unglaublich blutrünstig.“



Beim WORKSHOP kann nur eine begrenzte Anzahl von Arbeiten besprochen werden. Zur Anmeldung bitte bis 23.1. eine E-Mail mit Fotos/Portfolio an jourfixe@adbk.de schicken. Das Zuhören ist auch ohne Voranmeldung möglich. Der Workshop ist nur für Studenten der Kunstakademie.



KONZERT IM RAHMEN VON JOUR FIXE
RUIN

Mittwoch 25. Januar 20 Uhr
Historische Aula der Kunstakademie



RUIN, gegründet in Berlin von Martin Eder, vertonen eine albtraumhafte Vision in düstere komatöse Soundschleifen und Flächen. Wenn RUIN bislang mit dem Konzertkonventionen sprengenden zehnköpfigen Solistenensemble Kaleidoskop auf der Bühne standen, verbanden sie für die düster szenische Performance eine desolate Variante von Kammermusik mit reflexiven Impulsen von Ambient und einer apokalyptischen Essenz von Drone und Funeral-Doom, siehe auch die jüngste Kolaboration mit Attila Csihar von Sunn O))) & Mayhem.

RUIN werden nach Ihrer letzten Veröffentlichung „Half Skull“ (VivaHateRecords) als wichtige Vertreter einer neuen Generation des Ambient Black Metal / Drone, ohne Verbindung zu den satanistischen Bezügen der ersten norwegischen Black Metal Generation, gefeiert. Die Presse vergleicht RUIN mit Bands wie Barn Owl, Burial Chamber Trio, Wolves in the Throne Room, Nortt, sowie Bohren und der Club of Gore. RUIN selbst sehen sich in der Fortsetzung der musikalischen Tradition der Dario Argento oder John Carpenter Soundtracks.

Nach Aufführungen im Berliner Berghain, in den Sophiensälen und auf der Volksbühne im letzten Jahr entsteht im derzeitigen RUIN Dreier Setup (Eder/Strauss/Miller) ein morbides Abbild intensiver Musik zwischen Witch House und komatösem Ambient Black Metal. Das dröhnend zerlegte neue Slow-Motion-Material „In an Aerostratum / Cursed“ von RUIN fügt sich in ein psychedelisch rituelles Ganzes. Es bleiben vor allem Geräusch, Destruktion und visuelle Geste in einer atmosphärischen Dramaturgie und ambientischer Elektronik.

In München kommt dieses neue Live-Musikstück zum ersten Mal zur Aufführung.

Eintritt frei.

Das Konzert von RUIN wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Stiftung Kunstakademie München.



weitere Infos:
Martin Eder
www.ruinofficial.com