Gustav Metzger

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VORTRAG via Skype
Mittwoch 22. Januar 19 Uhr
Historische Aula



Gustav Metzger ist Künstler, Aktivist und Pionier auf verschiedenen Gebieten. Seine Arbeit ist im Zusammenhang mit konzeptueller, aktionistischer oder technologischer Kunst zu sehen. Ein wichtiger Ausgangspunkt ist sein Konzept der Autodestruktiven Kunst, die er 1959 in seinem ersten Manifest als „eine Form der öffentlichen Kunst für Industriegesellschaften“ definierte und in einer Reihe von Vorträgen und Demonstrationen vorführte. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Künstlersubjekt: Durch Prozesse der Zerstörung, die biologisch, chemisch oder technologisch eingeleitet werden, wird das Subjekt durch solche Automatismen ersetzt. In der wenige Zeit später von Metzger ebenfalls definierten Autokreativen Kunst sind es Vorgänge des Wachstums, die ein Werk generieren und in ständigem Fluss halten. Seine verwendeten Materialien stammen meist aus industrieller Produktion und maschineller Fertigung und verstehen sich in ihrem prozessualen und selbstzerstörerischen Einsatz als Angriff auf kapitalistische Werte und den Kunstmarkt. Nuklearwaffen und -energie, Umweltverschmutzung und allem voran die Auswirkungen von verbrecherischen und zerstörerischen Handlungen wie jene des Nationalsozialismus sind Faktoren, die Metzgers Verständnis von Ästhetik grundlegend veränderten.

Gustav Metzger wurde 1926 in Nürnberg geboren und als Sohn orthodoxer Juden 1939 mit Hilfe des „Refugee Children Movement“ nach England geschickt und überlebte dadurch den Holocaust. Diese biographischen Hintergründe sind für seine Arbeiten ein zentraler Bestandteil. 1966 gestaltete er das „Destruction Art Symposium“(DIAS) in London mit. Die Jahre 1977-1980 rief er zu den „Years without Art“, also zu einem dreijährigen Kunststreik auf, der das Potential politisch engagierter Kunst vor seiner Verharmlosung durch Establishment und Kunstmarkt bewahren sollte. Gustav Metzgers Arbeiten waren jüngst wieder vermehrt in ausgewählten Ausstellungen zu sehen, wie zum Beispiel auf der Documenta 13.